Feeds:
Beiträge
Kommentare

Posts Tagged ‘Adoption’

Auch das BGB kennt verschiedene Instrumente, um eine vorübergehende oder dauerhafte Kontinuität der Lebensverhältnisse in der Pflegefamilie abzusichern; jedoch weisen diese allesamt Defizite auf:

Zwar ist die Adoption des Kindes durch die Pflegeeltern (nicht durch Dritte, weil dann eine erneute Trennung des Kindes von seinen Bezugspersonen erforderlich wird) das sichere Mittel zur Kontinuitätssicherung, erlangt doch das Kind durch die gerichtliche Entscheidung die rechtliche Stellung eines gemeinschaftlichen Kindes der Pflegeeltern (§ 1754 Abs. 1 BGB) und kann dieses neue Verwandschaftsverhältnis nur unter ganz engen Voraussetzungen wieder beseitigt werden (§§ 1759 BGB). Um zu dieser Kontinuität zu gelangen, ist aber vor allem die Einwilligung der (Herkunfts-)Eltern erforderlich (§ 1747 Abs. 1 BGB), die nur unter sehr engen Voraussetzungen (§ 1748 Abs. 1 S. 1 bzw. 2 BGB), die über diejenigen von § 1666 BGB hinausgehen, ersetzt werden kann. Angesichts dieser hohen Hürden kommt die Adoption als Möglichkeit der rechtlichen Verstetigung der Lebensverhältnisse nur selten in Betracht, obwohl dieser Weg nach § 36 Abs. 1 S. 2 SGB VIII vom Jugendamt ernsthaft zu prüfen ist.

Erfahren Sie hier, warum auch die Vormundschaft nicht das ideale Mittel zur Kontinuitätssicherung ist:

Zum Artikel auf der Westerholt + Partner Website (externer Link)

Werbeanzeigen

Read Full Post »

Für Adoptionsakten gibt es eine bundesgesetzliche Regelung im Adoptionsvermittlungsgesetz (AdVermiG). Nach § 9b Abs. 1 Satz 1 AdVermiG sind Aufzeichnungen und Unterlagen über jeden einzelnen Vermittlungsfall (Vermittlungsakten), gerechnet vom Geburtsdatum des Kindes an, 60 Jahre lang aufzubewahren. Bei Pflegekinderakten stellt sich die Situation schwieriger dar…

 

Mehr zu den Aktenaufbewahrungsfristen (insb. für Bremen und Niedersachsen) erfahren Sie hier:

Zum Artikel auf der Westerholt + Partner Website (externer Link)

Read Full Post »

Erklärung des Petitionsausschusses

Berlin: (hib/HAU) Der Petitionsausschuss unterstützt die Forderung nach einer Heraufsetzung der Höchstaltersgrenze für Adoptionsbewerber. Während seiner Sitzung am Mittwochmorgen beschloss der Ausschuss daher einstimmig, den darauf abzielenden Teil einer öffentlichen Petition der interministeriellen Arbeitsgemeinschaft Adoption bei der Bundesregierung als Material zu überweisen sowie den Fraktionen des Deutschen Bundestages zur Kenntnis zu geben und den Landesvolksvertretungen zuzuleiten.

Der Petent fordert in seiner Eingabe unter anderem, die Höchstaltersgrenze des älteren Ehegatten der Adoptionsbewerber auf 45 bis 50 Jahre heraufzusetzen, um auch älteren Ehepaaren die Adoption zu ermöglichen. Zur Begründung führt der Petent an, dass dadurch ungewollt kinderlose Paare leichter zu einem Kind kommen und Abtreibungen besser vermieden werden könnten. (mehr …)

Read Full Post »

Das Bundesverwaltungsgericht hat am 26. Oktober 2010 entschieden, dass ein Visum zum Zweck der Adoption eines Kindes aus dem Ausland grundsätzlich nur dann erteilt werden darf, wenn zuvor ein Verfahren der internationalen Adoptionsvermittlung erfolgreich durchgeführt wurde. Dies gebietet der Schutz des Kindeswohls.

Kläger in dem Verfahren waren ein inzwischen 12-jähriger Marokkaner, der in einem Waisenhaus in Casablanca lebt, sowie eine 48-jährige Deutsche marokkanischer Herkunft, die in München lebt und den Jungen in Deutschland adoptieren will. Die Klägerin hat den Jungen vor Jahren in Marokko kennengelernt, ihn regelmäßig besucht und von einem marokkanischen Gericht die Erlaubnis erhalten, den Jungen in Pflege zu nehmen (KAFALA) und mit ihm nach Deutschland auszureisen. Eine Adoption des Jungen in Marokko war und ist nicht möglich, weil das dortige Rechtssystem das Institut der Adoption nicht vorsieht. Den Antrag der Kläger, dem Jungen ein Visum zur Durchführung eines Adoptionsverfahrens in Deutschland zu erteilen, lehnte die deutsche Botschaft in Marokko ab. (mehr …)

Read Full Post »

Russland hat alle Adoptionen von russischen Kindern in die USA gestoppt. Hintergrund: Eine amerikanische Mutter hatte ihr adoptiertes Kind aus einer russischen Waiseneinrichtung ins Flugzeug nach Moskau gesetzt und auf einem Zettel geschrieben „Den habe ich nicht bestellt“. Wie sich dann herausstellte, kam sie mit dem Kind, nicht zurecht. Zu aggressiv, zu auffällig, zu schwierig.

Die Reaktion Russlands, zunächst einmal keine weiteren Kinder mehr von US-Bürgern adoptieren zu lassen, ist verständlich. Zunächst sollte geprüft werden, was hier schief gelaufen ist. Vielleicht war die Anbahnung zu kurz. Vielleicht waren die Informationen über das Kind nicht ausreichend. Vielleicht war das Kind aufgrund seiner Geschichte aber auch nicht geeignet für eine neue Familie weit weg in Amerika.

Im Landkreis Verden gibt es mehrere Familien, zu denen ein Kind gehört, welches im Ausland adoptiert wurde. Bevor das Kind einreisen konnte, mussten viel behördliche Hürden überwunden werden. (mehr …)

Read Full Post »

Die Europäische Union will eine neue Richtlinie verabschieden. Danach wären alle Mitgliedsstaaten, also auch Deutschland verpflichtet, den Mutterschutz auszuweiten. Der soll dann bis zu zwanzig Wochen lang sein können. Diese Regelung zum Mutterschutz soll auch für Eltern gelten, die ein Kind von weniger als 12 Monaten adoptieren. Das wäre  in der Tat eine völlig neue Regelung. Bislang haben Eltern, die ein  Kind adoptieren diese Möglichkeit nicht. Lediglich Elternzeit können sie nehmen. Mutterschutz unterscheidet sich aber erheblich von Elternzeit. Es gibt vollen Lohnausgleich, man darf mindestens sechs Wochen nach der Adoption gar nicht arbeiten. Die näheren Einzelheiten der Richtlinie sind noch nicht bekannt. Aber bereits jetzt steht fest: Warum soll das Gleiche nicht auch für Pflegeeltern gelten? Auch Eltern, die ein Kind in Vollzeitpflege nehmen, brauchen mindestens sechs Wochen Mutterschutz. Zudem gehen sehr vielen Adoptionen langjährige Pflegeverhältnisse voraus. Adoptionen „über Nacht“ gibt es doch nur in Ausnahmefällen.  Darum muss ganz klar gefordert werden, dass Eltern, die ein Kind als Pflegekind aufnehmen, mindestens sechs Wochen nach der Aufnahme von allen (Arbeits-) Pflichten freigestellt werden – bei vollem Lohnausgleich. Damit würde man den Kindern wirklich was Gutes tun – und ihnen einen gelungen Start ins neue (Familien-) Leben ermöglichen

Read Full Post »