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Posts Tagged ‘Vater’

Folgender Fall: Die leibliche Mutter hatte das alleinige elterliche Sorgerecht. Sie war mit dem Vater bei der Geburt nicht verheiratet. Eine Sorgeerklärung hat sie nicht unterschrieben. Ihr wurde das Sorgerecht entzogen und auf einen Vormund übertragen. Das Kind lebt in einer Pflegefamilie. Damit ist die leibliche Mutter auch einverstanden. Der leibliche Vater , der nie das Sorgerecht oder Teile davon hatte, aber nicht. Er will das Kind bei sich zu Hause, zusammen mit seiner Mutter betreuen und versorgen. Er wendet sich mit seinem Wunsch auf Herausgabe des Kindes an das Jugendamt. Dort wird der Wunsch des Vaters grundsätzlich unterstützt, es müsse aber noch geklärt werden, wie die Betreuung des Kindes dort tatsächlich sichergestellt werden solle. Der Amtsvormund hält das Kind in der Pflegefamilie zwar für gut versorgt, unterstützt aber auch den Wunsch des Vaters, sein leibliches Kind zu sich zu holen. Der Vater wird immer drängender und verlangt fast täglich vom Jugendamt und von den Pflegeeltern die Herausgabe des Kindes. Daraufhin stellen die Pflegeeltern einen Antrag auf Erlass einer Verbleibensanordnung. Diese wird auch vom zuständigen Amtsgericht erlassen. Obwohl der Herausgabeberechtigte, der Amtsvormund, gar nicht die Herausgabe verlangt hat. Jedenfalls geht der leibliche Vater in die Beschwerde. Und nimmt sie kurz darauf wieder zurück. Nachdem das Oberlandesgericht ihn darauf hingewiesen hat, dass er gar nicht beschwerdebefugt ist.

Wie die Beschwerdeberechtigung des nicht sorgeberechtigten Vaters rechtlich zu bewerten ist finden Sie hier:

Zum Artikel auf der Westerholt + Partner Website (externer Link)

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Befugt, einen verschlossenen Brief zu öffnen, ist grundsätzlich der Adressat, der vom Absender bestimmt wird. Das gilt im Grundsatz auch, wenn der Adressat selbst noch minderjährig ist. Aber wie sollen dann Pflegeeltern mit (schwierigen) Briefen der leiblichen Eltern umgehen?

Eine Antwort finden Sie hier (werbefrei und kostenlos):

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Das Oberlandesgericht musste sich mit der Frage beschäftigen, wie viel Umgang ein leiblicher Vater haben sollte, der sein Kind, dass schon seit vielen Jahren in einer Pflegefamilie lebt, noch niemals gesehen hat. Ein Fall, dem jedem Pflegekind passieren kann: Der leibliche Vater meldet sich plötzlich. Das Jugendamt hatte dem leiblichen Vater hier vier Kontakte im Jahr á einer Stunde in Begleitung zugebilligt. „Das reicht“ hatte auch das zuständige Familiengericht gesagt. Das Oberlandesgericht Hamm hat zunächst bemerkenswerte (und kluge) Ausführungen zu den typischen Bindungen eines Pflegekindes gemacht. Dort heißt es unter anderem:

Besteht ein Pflegeverhältnis über einen längeren Zeitraum, entwickelt sich daraus gerade bei Inobhutnahme von Kleinkindern eine Beziehung, die alle psychologischen Elemente einer gut funktionierenden Eltern-Kind-Beziehung enthält.

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Das Bundesverfassungsgericht hat sich in einer aktuellen Entscheidung sehr ausführlich und sehr grundsätzlich mit der Frage auseinandergesetzt, wie, wann und ob ein (leiblicher) Vater Umgang mit seinem Sohn verlangen kann, der in einer Dauerpflegestelle lebt. Die Entscheidung zwingt Pflegeeltern zukünftig wesentlich genauer, intensiver und umfassender vorzutragen, wenn sie der Meinung sind, Umgang mit den leiblichen Eltern tut ihren (Pflege-) Kindern nicht gut. Was in den meisten Fällen so sein wird.

Die Entscheidung (in Auszügen). Bundesverfassungsgericht, BVerfG, 1 BvR 3189/09 vom 14.7.2010.

Der Vater eines aus einer kurzen Beziehung mit der damals verheirateten Kindesmutter stammenden, im April 2006 geborenen Sohnes begehrt Umgang. (mehr …)

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Der leibliche Vater hatte das Sparbuch von Antonia in seinem Besitz. Das hatte er ihr einfach nicht mitgegeben. Antonia war im Alter von 11 Jahren in eine Pflegefamilie gekommen. Auf dem Sparbuch waren immerhin 800€. Die hatte Antonia von ihrer Oma, die inzwischen gestorben war, geschenkt bekommen. An das Sparbuch hatte sie bei der ganzen Aufregung, neue Familie, Abschied von der Schwester, Tod der Oma, nicht mehr gedacht. Leider. Erst als sie volljährig wurde, fiel es ihr wieder ein. „Wo ist das Sparbuch?“ Der leibliche Vater zuckte nur mit den Schultern. „Das Geld ist weg. (mehr …)

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Janina* ist eine alleinerziehende Mutter. Sie wohnt mit ihren beiden leiblichen Kindern in einem netten, kleinen, sehr dörflichen Stadtteil. Es ist sehr schön hier. Irgendwann fragte ihre Nachbarin, die beim Jugendamt arbeitete, ob sie sich nicht vorstellen könnten, übergangsweise Pflegekinder aufzunehmen. Es gebe oft Fälle, wo sehr kurzfristig für eine kurze Zeit süße kleine Babys eine Mama brauchen. Gesagt, getan – Janina schrieb ans Jugendamt, einige Wochen später war der Vertrag unterzeichnet. Drei Tage später kam Jeffrey*. Vier Monate alt und unheimlich süß. (mehr …)

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Das Bundesverfassungsgericht hat sich in einer aktuellen Entscheidung sehr ausführlich und sehr grundsätzlich mit der Frage auseinandergesetzt, wie, wann und ob ein (leiblicher) Vater Umgang mit seinem Sohn verlangen kann, der in einer Dauerpflegestelle lebt. Die Entscheidung zwingt Pflegeeltern zukünftig wesentlich genauer, intensiver und umfassender vorzutragen, wenn sie der Meinung sind, Umgang mit den leiblichen Eltern tut ihren (Pflege-) Kindern nicht gut. Was in den meisten Fällen so sein wird.

Die Entscheidung (in Auszügen). Bundesverfassungsgericht, BVerfG, 1 BvR 3189/09 vom 14.7.2010:

Der Vater eines aus einer kurzen Beziehung mit der damals verheirateten Kindesmutter stammenden, im April 2006 geborenen Sohnes begehrt Umgang. Die Mutter setzte den Jungen unmittelbar nach der Geburt aus. Er kam an seinem 12. Lebenstag in eine Pflegefamilie, in der er seither lebt. Die Mutter ist alleinige Inhaberin der elterlichen Sorge mit Ausnahme des Aufenthaltsbestimmungsrechts, das dem Jugendamt übertragen wurde. Umgangskontakte mit ihrem Sohn lehnt sie ab. Das zuständige Amtsgericht gewährte ihm Umgang einmal im Monat in Anwesenheit des Pflegevaters.

Das sei, so das Bundesverfassungsgericht, rechtswidrig. Aus folgenden Gründen: (mehr …)

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